lunchmenu.ch

Editorial · · 4 Min. Lesezeit

Warum es lunchmenu.ch gibt

Jeden Tag stellt sich in Schweizer Büros um halb zwölf dieselbe Frage: Wo essen wir heute? Die Antwort ist meistens irgendwo im Internet versteckt, verteilt auf Dutzende Websites. lunchmenu.ch sammelt sie an einem Ort. Hier erzähle ich, wie es dazu kam, was die Seite heute kann und warum sie sich gerade für Restaurants lohnt.

Karte von Zürich zwischen Hardplatz und Seefeld, darauf rote Punkte für Restaurants mit Mittagsmenü
Zürich zwischen Hardplatz und Seefeld: Jeder Punkt ist ein Restaurant, das in den letzten zwei Wochen ein Mittagsmenü veröffentlicht hat.

Die Frage um halb zwölf

Ich arbeite in Zürich, im Kreis 4. Im Umkreis von zehn Gehminuten veröffentlichen jeden Tag mehrere Dutzend Restaurants ein Mittagsmenü. Wer wissen wollte, was es gibt, musste bisher fünf Websites öffnen, ein PDF herunterladen, auf einer Facebook-Seite nach unten scrollen und hoffen, dass die Tafel vor dem Lokal fotografiert wurde. Meistens landeten wir dann doch wieder dort, wo wir gestern schon waren.

Die Menüs gibt es ja. Sie sind nur nicht dort, wo man sie sucht.

Also haben wir angefangen, sie einzusammeln.

Was lunchmenu.ch heute kann

Jeden Morgen lesen wir die Mittagsmenüs direkt von den Websites der Restaurants, auch aus PDFs und Wochenplänen, und bereiten sie einheitlich auf: Gericht, Preis, was dazugehört. In einer normalen Woche sind das rund 1'200 Restaurants in der ganzen Schweiz, von Genf bis St. Gallen. Kein Restaurant muss dafür etwas eintippen.

Die Karte von lunchmenu.ch mit den Mittagsmenüs rund um den Zürcher Kreis 4, gefiltert auf vegetarische Menüs
Die Karte zeigt, was es heute in der Nähe gibt. Die Filter darüber sortieren nach Gericht statt nach Restaurant: vegetarisch, Fisch, unter CHF 20, Pasta, asiatisch, leicht oder saisonal.

Auf der Karte sieht man auf einen Blick, was es heute in der Nähe gibt und was es kostet. Die Filter funktionieren auf Ebene des einzelnen Gerichts: Wer «vegetarisch» wählt, sieht das vegetarische Menü von heute, auch bei Restaurants, die sonst vor allem Fleisch servieren. Dahinter steckt eine Einordnung jedes einzelnen Gerichts: Fleisch oder Fisch, Pasta oder Curry, leicht oder deftig, Wild oder Kürbis.

Jedes Restaurant hat eine eigene Seite mit dem Menü des Tages, der Woche im Überblick und, wo wir sie haben, der ganzen Speisekarte mit Preisen.

Die Seite des Ooki Izakaya in Zürich-Wiedikon auf lunchmenu.ch mit den Mittagsmenüs von heute, Kontakt und Karte
Eine Restaurantseite: die Mittagsmenüs von heute mit Preisen, die nächsten Tage, Kontakt, Reservation und wo das Lokal liegt.

Für die Entscheidung im Team gibt es Umfragen: ein paar Restaurants auswählen, den Link in den Team-Chat stellen, alle stimmen ab. Wie das im Büroalltag aussieht, zeigt unser Video:

Elf Uhr siebenundvierzig, sechs Leute, kein Entscheid. Dann ein Link.

Solche Videos und Neuigkeiten zu lunchmenu.ch veröffentlichen wir auf Instagram. Wenn Ihnen die Idee gefällt, folgen Sie uns dort: @lunchmenu_ch. Für ein junges Projekt wie unseres hilft jeder Follower mehr, als man denkt.

Und weil wir jeden Tag so viele Menüs sehen, wissen wir inzwischen auch, was ein Mittagsmenü in der Schweiz kostet, in welcher Stadt es am teuersten ist und dass am Freitag tatsächlich mehr Fisch auf den Tellern landet.

Was Restaurants davon haben

Für Restaurants ist lunchmenu.ch kostenlos. Wer sein Mittagsmenü auf der eigenen Website veröffentlicht, ist in der Regel schon dabei, ohne etwas dafür zu tun. Die Restaurantseiten werden über Google gefunden und zunehmend auch von KI-Assistenten wie ChatGPT gelesen, wenn jemand fragt, was es heute irgendwo zu Mittag gibt. Ihr Menü erreicht also Menschen, die Ihre Website nie direkt aufgerufen hätten.

Was viele Restaurants bisher nicht wussten: Wir zählen, was mit ihrem Menü passiert. Wer seinen Eintrag übernimmt, sieht in einem eigenen Dashboard, wie oft das Menü angesehen wurde, an welchen Tagen und woher die Besucher kommen.

Ausschnitt aus dem Restaurant-Dashboard: Menü-Aufrufe der letzten 30 Tage mit Tagesverlauf
Die Reichweite der letzten 30 Tage, Tag für Tag. Beispiel mit erfundenen Zahlen für ein fiktives Restaurant.

Noch wichtiger ist, was danach passiert. Das Dashboard zeigt, wie viele Gäste nach dem Blick aufs Menü Ihre Website besucht, die Route geplant, angerufen oder die Reservation geöffnet haben, jeweils im Vergleich zum Vormonat.

Ausschnitt aus dem Restaurant-Dashboard: Website-Besuche, Routenplanung, Anrufe und Reservationen mit Veränderung zum Vormonat
Was Gäste nach dem Blick aufs Menü tun, mit Veränderung zum Vormonat. Beispiel mit erfundenen Zahlen.

Und dann gibt es etwas, das Sie so nirgends sonst bekommen: den Vergleich mit Ihrem Quartier. Weil wir die Mittagsmenüs aller Restaurants in Ihrer Umgebung kennen, sehen Sie, wo Ihr Menüpreis im Vergleich liegt, an wie vielen Tagen Sie ein Menü anbieten, wie oft es eine vegetarische Option gibt und wie sichtbar Sie im Vergleich zu den Restaurants rundherum sind. Kein anderes Restaurant wird dabei mit Namen genannt.

Ausschnitt aus dem Restaurant-Dashboard: Menüpreis, Tage mit Menü, vegetarische Option und Sichtbarkeit im Vergleich mit dem Quartier
Ihr Mittagsmenü im Vergleich mit den Restaurants im Umkreis von einem Kilometer. Beispiel mit erfundenen Zahlen.

Das ganze Dashboard mit Beispielzahlen können Sie hier ansehen. Ihren Eintrag übernehmen Sie selbst: Melden Sie sich mit der E-Mail-Adresse Ihres Restaurants an, öffnen Sie Ihr Restaurant auf lunchmenu.ch und wählen Sie «Restaurant übernehmen». Gehört die Adresse zur Domain Ihrer Website, haben Sie sofort Zugang, andernfalls prüfen wir den Antrag kurz von Hand. Danach können Sie Angaben ergänzen und das Menü korrigieren, falls wir einmal etwas falsch gelesen haben.

Wie es weitergeht

Wir arbeiten gerade an einer täglichen E-Mail, die morgens drei Vorschläge für das Mittagessen in der Nähe schickt, und daran, noch mehr Restaurants zu erfassen, auch solche, die ihr Menü nur als Bild veröffentlichen. Wenn Ihnen etwas fehlt oder etwas nicht stimmt, schreiben Sie mir. Ich lese jede Nachricht.

En Guete.

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